04. Oktober 2013 - 10. November 2013
Farbkonzerte im Torhaus: Irene von Rutke und Marta Burda

Ausstellung Irene von Rutke und Marta BurdaEröffnung am 02. Oktober 2013 um 20:00 Uhr

Begrüßung: Rainer Scheer (Mitglied des Vorstandes des BBK)
Einführung: Pia Kranz, Kunstwissenschaftlerin

Die Braunschweiger Malerinnen Irene von Rutke und Marta Burda zeigen ab dem 4. Oktober 2013 ihre Werke in der Torhaus-Galerie. Beide Künstlerinnen eint die Intensität und die Sogwirkung ihrer Malerei. Ihre zumeist abstrakten Bilder zeugen von einem ungewöhnlich nuancierten Farbverständnis. Eine tiefe Auseinandersetzung mit Formen und Flächen ist ihrer Kunst immanent.

Die Werke Irene von Rutkes sind wahre Farbkonzerte. Tatsächlich sind musikalische Einflüsse beim Malprozess von ihr als stilbildend empfunden worden. Ein dynamischer Pinselduktus und eine hohe Farbintensität (nehmen wir das „von-Rutke-blau“), ein sicheres Gespür für Komposition und Fläche sowie eine deutlich an den Bildern wahrnehmbare Schaffensfreude zeigen eine großartige Künstlerin. Mit ihren 94 Jahren zeigt Irene von Rutke in der Torhaus-Galerie lebendig-frische Gemälde und Grafiken, voll Kraft und frecher Munterkeit.

Die Freude an Farben, Formen, Flächen und Kompositionen ist bei der Künstlerin Marta Burda ebenfalls sehr präsent. Darüber hinaus begeistert sie das Spiel mit der Bildtiefe. Ihre bemalten Leinwände bezeichnet sie deshalb auch als „Objekte“. Und tatsächlich offenbaren ihre Bilder eine reliefartige Tiefenstruktur. Gemalte Notizzettel „komme spät zurück warte nicht“ oder „geld abheben“ wirken wie tief in Baumrinde geritzte Liebesbekundungen. Ihre abstrakten, quadratischen Arbeiten faszinieren aufgrund einer zunächst reduziert wirkenden Farbigkeit, die erst in der Nahansicht ein schillerndes Farbgewand entfaltet. Die linearen Formen auf den Bildern Marta Burdas entfalten eine hypnotische Wirkung und haben wie die Bilder Irene von Rutkes einen eigenen Klang.

Am 20. Oktober und 10. November führt die Künstlerin Marta Burda jeweils um 14 Uhr durch ihre Ausstellung.

16. August - 22. September 2013

Harald Schiel, Blick

Junge, da mußt du durch!

Holzdruck und Skulpturen von Harald Schiel

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 15. August, 20.00 Uhr

Comic trifft Holzschnitt, Holzschnitt trifft Comic.

Der Holzschnitt ist eines der ältesten Verfahren ein Bild festzuhalten. Babylonier und Ägypter verwendeten bereits Holzdrucke, in China kolorierte man diese schon ab dem 4. Jahrhundert. Der Hannoveraner Künstler Harald Schiel kombiniert die „Ästhetik einer Uralt-Technik“ mit heutigen Medien und entwickelt comicähnliche Kompositionsabfolgen. Ein geradezu archaischer künstlerischer Prozess und moderne Inhalte: kleine Roboter sausen durch ornamentales Geflecht und die Serie „Eight Ball“ stellt die schwarze Billardkugel mit der Nummer 8 ins Bildzentrum.

Harald Schiel spielt mit dem Motiv der Billardkugel in moderner Weise mit tradierter Vergänglichkeitssymbolik: So leitet die schwarze 8 im Billardspiel immer das Ende der Partie ein. Eigentliche Protagonisten der Serie sind vier Superhelden, die mit Riesengehirn, Blitzwurf, Schlangenhaar oder radioaktiver Resistenz agieren. Die Superhelden der Serie tragen die 8 jedoch waagerecht, wie das Zeichen der Unendlichkeit ∞.

Vergänglichkeit gegen Unendlichkeit?

Die 8 gegen das ∞?

 


Interview mit Harald Schiel von Eva Westermann-Baumgarten (Radio Okerwelle)

 

In einem weiteren Werkzyklus zeigt Harald Schiel in der Torhausgalerie Werke aus dem Zyklus „Fetische“. Hier vereint der Künstler Spielzeuge seiner Kindheit mit Fundstücken und umwickelt sie mit Draht. So entstehen kleine Organismen, die eine Welt des kindlichen Denkens eröffnen. Die Ausstellung gewährt Einblicke in die Holzschnitt-Technik, begleitet 4 Superhelden durch ihre Abenteuer und versetzt den Betrachter in die eigene Kindheit.

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 15. August um 20.00 Uhr. Einführung: Dr. Ute Maasberg, Musik: Till Seifert.

Künstlerführungen: Am 25.08.2013 und am 08.09.2013 führt der Braunschweiger Künstler Knud Balandis um jeweils 14 Uhr durch die Ausstellung. Harald Schiel führt am letzten Ausstellungstag, den 22.09.2013 um 14 Uhr durch sein Werk.

Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten der Ausstellung: Mi & Fr 15-18 Uhr, Do 15 – 20 Uhr, So 11- 17 Uhr, BBK Torhaus-Galerie, Humboldtstraße 34, 38106 Braunschweig

BBK Künstlerfest zu „1913 – Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne“

Royalist oder Skeptiker?

KünstlerfestDer Verein der Braunschweiger Bildende Künstlerinnen und Künstler feiert im Rahmen des Kulturprojektes „1913 - Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne“ ein Künstlerfest.

Die Vorläufer für Künstlerfeste sind legendär und reichen in ihren Wurzeln bis ins Mittelalter zurück. Das gemeinsame Kunstschaffen, die Ästhetik der Gestaltung in Verbindung mit der Relevanz einer Thematik führen zu einzigartigen Gesamtkunstwerken. Themenräume, Konzeptkunst und Raumgestaltung auf höchstem Niveau- ein absolutes Novum in der Braunschweiger Kulturlandschaft sowie das größte künstlerische Gemeinschaftsprojekt.

1913 war ein kulturell prägendes Jahr: Der Nullpunkt der Malerei durch Malewitschs schwarzes Quadrat, Prousts Beginn der „Suche nach der verlorenen Zeit“, Duchamps Ready-Made, Kafkas Urteil und mit „Fantomas“ die ersten Action-Filme konnten die Braunschweiger Künstler ebenso inspirieren, wie die historischen Ereignisse der Welfenhochzeit und der Vorkriegsbündnisse.

Repräsentative und transparente Herrscherbildnisse treffen auf Braunschweiger Künstlerportraits. Eine menschliche Jukebox begleitet den Abend musikalisch- der Besucher bestimmt, welches Liedgut gespielt wird und ist selbst willkommener Bestandteil der Jukebox!

 


Interview mit Julia Taut von Eva Westermann-Baumgarten (Radio Okerwelle)

 

Im Garten wird ein Irrgarten aus Gardinen und Rosa Luxemburgs Kampf gegen die „faulen Elemente“ den Galerieraum verlängern. Das Künstleratelier von 1913 steht jedem offen, inspiriert von Klimt, Kokoschka, Malewitsch, Schiele und Duchamp. Die Vergänglichkeit der Gegenwart wird durch eine Grasinstallation visualisiert. Das Verbot in Uniform Tango zu tanzen, die Kotze-Affäre, royale Fehltritte vom „Herzog Rammler“ und saftigste Amouren in einer Welt voll Prüderie - zu sehen im Boudoir der Torhaus-Galerie.

Zur Sommersonnenwende am 21. Juni 2013 werden die Braunschweiger Künstler um 20:00 Uhr ihr Fest zu dem Thema „1913 - Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne“ feiern. Der Galeriebesucher kann selbst bestimmen, ob er die Ausstellung als Royalist oder als Skeptiker entdecken möchte. Noch drei Wochen nach dem eigentlichen Fest können die Besucher die künstlerischen Dekorationen und die Dokumentation des Ereignisses in der Torhaus-Galerie betrachten.

21. Juni 2013 20 Uhr Künstlerfest, Ausstellung 23. Juni – 14. Juli 2014

Begrüßung:         Sabina Kaluza, 1. Vorsitzende BBK Braunschweig

Einführung:         Axel Klingenberg, Literaturdienstleister

 

Das Künstlerfest wird gefördert durch die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und durch das Kulturinstitut der Stadt Braunschweig.

03. Mai - 09. Juni 2013
Anne Haring und Babette Martini: Kopf und Hand

Haring und Martini: Kopf und HandAusstellungseröffnung: 2 Mai.2013 um 20.00 Uhr

Die BBK Torhaus-Galerie bekommt künstlerischen Besuch: Eine Künstlerin aus Dortmund und eine Künstlerin aus Saarbrücken bespielen gemeinsam die nächste Ausstellung in der Humboldtstraße 34.

In ihrer Ausstellung Kopf und Hand zeigen Babette Martini und Anne Haring wesentliche Merkmale des figürlichen Abbildes. Kopf und Hand können als Zeichen des Menschen, als Orte und Werkzeuge künstlerischer Prozesse oder ausschließlich als plastische Formen verstanden werden.
Die beiden Künstlerinnen begegneten sich erstmals im Jahr 2004, als Babette Martini sich für ihre praxisbezogene Doktorarbeit „Art and Design“ die Arbeiten von Anne Haring heranzog. Aus dieser Begegnung entstand eine ähnliche Gesinnung, die das Zusammenspiel von Material und Prozess als Bedingung für die künstlerische Konzeptentwicklung betrachtet. Obwohl sie in Ihren Ansichten und Arbeitsweisen korrespondieren, so kommen sie doch durch die Verwendung verschiedener Materialien und Methoden zu unterschiedlichen Ausdrucksformen. Während für Martini die Darstellung von emotionalen und körperlichen Zuständen zwischen Innen und Außen im Fokus liegt, ist für Haring die Entstehung einer Form ein elementares Ereignis der künstlerischen Arbeit.


Interview mit Anne Haring und Babette Martini von Eva Westermann-Baumgarten (Radio Okerwelle)

Die Werke wurden nicht speziell für eine gemeinsame Ausstellung produziert, wodurch interessanterweise die wichtige Verknüpfung von Hand und Geist, sowie die Wechselbeziehungen zwischen Prozess und Konzeptentwicklung hergestellt werden. Das Konzept ihrer Arbeiten entsteht durch die Erschaffung, also erst durch die Formung des Objektes. Mit ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen und Materialien entwickeln sich diverse Fragestellungen und Ausdrucksformen, die in der Ausstellung gegenübergestellt werden.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 02. Mai, um 20 Uhr, eröffnet. Es begrüßt Michael Ewen (Vorstand BBK), die Einführung hält Dr. Regine Nahrwold und im Anschluss gibt es Live-Musik von der Band Deerwood mit Sascha Dettbarn und Malte Kettler.

Am 05. Mai und am 26. Mai führt die Bildhauerin Sabine Hoppe jeweils 14 Uhr durch die Ausstellung.

Am letzten Ausstellungstag, am Sonntag den 09. Juni 2013 führen die Künstlerinnen Anne Haring und Babette Martini 15 Uhr durch ihre Ausstellung.

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mi, Fr. 15-18 Uhr, Do. 15-20 Uhr, So. 11-17 Uhr.

   
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